Trügerische Etiketten - Chinas Modemafia in Europa - Film von Dominik von Eisenhart-Rothe
In deutschen Fußgängerzonen, auf Wochenmärkten und Flohmärkten kommt man nicht daran vorbei: In unglaublichen Mengen wird Kleidung mit dem Label "Made in Italy" verkauft, aber zu Billigpreisen, die kaum zu erklären sind. Was steckt dahinter? Danilo Ceccarelli, "Senior Coordinator" der Europäischen Staatsanwaltschaft EPPO, sagt dazu: "In den letzten 20 Jahren hat sich ein verborgenes System chinesischer Organisationen in der europäischen Textilindustrie ausgebreitet. Niemand hat es gemerkt, auch wir nicht. Bis jetzt. Wir müssen nun massiv gegen ein riesiges EU-weites Netzwerk aus halblegalen, illegalen, teilweise mafiösen und staatli-chen chinesischen Strukturen bei uns vorgehen." Die "ARD Story" geht auf die Spur dieser Geschichte; die Suche führt zunächst in die alte toskanische Textilstadt Prato. Hier werden traditionell edle Stoffe für italienische Mode hergestellt; das Label ""Made in Italy" ist hier seit Generationen in erster Linie ein Qualitätsversprechen. Aber hier entstand auch das chinesische Fast-Fashion-System, das sich in ganz Europa ausgebreitet hat. In endlosen Fabrikhallen wird hier unter weitgehend unkontrollierten Arbeitsbedingungen Massenware für den europäischen Markt produziert. Mitten in der EU, mit dem attraktiven Label "Made in Italy". Dieses "System Prato" floriert und wächst. Längst haben die Summen, um die es geht, vor Ort zu einer spezifischen Form von Gewalt und Kriminalität geführt. Im sogenannten "Kleiderbügelkrieg", über den die italienischen Medien immer wieder berichten, kommt es regelmäßig zu Bedrohung, Einschüchterung und Schutzgelderpressung; auch einige Mordfälle der vergangenen Monate werden dem Milieu der Fast Fashion zugerechnet. Ermittler und investigative Journalisten gehen davon aus, dass die chinesische Mafia dabei eine entscheidende Rolle spielt.Start: 2026-08-05-225000
end: 2026-08-05-233500
Junge Roma heute - Zwischen Herkunft und Zukunft - Film von Nadja Tenge
Es herrscht Aufbruchstimmung. Die junge Generation der Roma hat es satt, ausgegrenzt, stigmatisiert und in alltäglichen Lebensbereichen wie Schule, Wohnungssuche und Arbeit benachteiligt zu werden. Sie wollen neue, selbst bestimmte Wege gehen. Jahrhundertealte Vorurteile sind tief in der Gesellschaft verankert. Antiziganistische Vorfälle nehmen wieder zu; Rechtsruck. Rassismus. Stigmatisierung von Kindern, wenn Schülerinnen und Schüler mit dem Z-Wort betitelt werden, das die Nationalsozialisten zur Verunglimpfung benutzten. Die früher rechtlose Minderheit hat aus Angst vor Verfolgung gelernt, Informationen über ihre Kultur oder ihr Leben für sich zu behalten und unter sich zu bleiben. Heute gehen junge Roma neue Wege. Über Brücken, die sie selbst bauen, die Mut erfordern. Sich zu zeigen offenbart den Wunsch nach Öffnung gegenüber der Mehrheitsgesellschaft und mehr Verständigung zwischen den Kulturen. Da ist Estera Sara Stan, sozialisiert im Nachbarschaftshaus Neukölln mit Theaterprojekten und Empowerment-Workshops. Das will die angehende Grundschullehrerin weitergeben. Da ist David Paraschiv. Seine Mutter musste im Supermarkt ihren Rock heben, damit der Mitarbeiter sehen konnte, dass sie darunter nichts Geklautes verbarg. Die Wut und Trauer aus dieser Erniedrigung säten beim Teenager David den Wunsch, sich für die Rechte der Roma-Minderheit einzusetzen. Jetzt studiert er soziale Arbeit. Da ist Stefan Pavlovic. Trotz Hänseleien, Gewalt und einer Förderschul-Empfehlung schaffte er das Abitur und studiert nun Politik und Recht. Weltweit gibt es Roma, die studiert haben, wohlhabend sind. Aber vielen Roma - meist in südosteuropäischen Ländern - ist ausreichende Bildung verwehrt, weil sie rassistisch ausgegrenzt werden. Sie leben in ärmlichen Verhältnissen, ohne Anbindung an Infrastruktur und ohne gerechte Teilhabe. Mersud Selman hat bosnische Wurzeln. Er ist queer, arbeitet als Friseur und hat in Berlin die Freiheit gefunden, sich nicht mehr zu verstecken.Start: 2026-08-05-233500
end: 2026-08-06-000500
Tagesschau
Das Flaggschiff unter den deutschen Nachrichtensendungen ist gleichzeitig die "dienstälteste" noch bestehende Sendung im deutschen Fernsehen. In bis zu 20 am Tag produzierten Sendungen wird die Komplexität des Weltgeschehens verständlich erklärt und in komprimierter Form über aktuelle politische, wirtschaftliche, soziale, kulturelle, sportliche und sonstige Ereignisse berichtet.Start: 2026-08-06-000500
end: 2026-08-06-001500
Geliefert
Volker (Bjarne Mädel) ist Paketzusteller, alleinerziehender Vater seines 16-jährigen Sohnes Benny (Nick Julius Schuck) und nebenbei Fußballtrainer einer Jugendmannschaft. Er gehört eindeutig zu den gesellschaftlich Unterprivilegierten, lässt sich seine gute Laune jedoch nie verderben. Die langen Arbeitstage, die miserable Bezahlung und die Pubertät seines Sohnes bringen Volker zunehmend an persönliche Grenzen. Benny setzt andere Prioritäten, sein Schulabschluss ist gefährdet, Volker droht seinen Führerschein zu verlieren und das Geld reicht oft nicht für soziale Teilhabe, manchmal kaum für das Nötigste. Als Benny überlegt, zurück zu seiner alkoholkranken Mutter zu ziehen, gibt Volker etwas auf, auf das sich sein Umfeld, aber vor allem er selbst, bisher immer verlassen konnte - seine Integrität. Er nutzt eine sich bietende Gelegenheit, um über einen illegalen zweiten Job schnell an Geld zu kommen. Doch die vermeintliche Lösung seiner akuten Probleme zieht Volker nur noch tiefer in den Strudel - er steht vor den Scherben seiner Existenz. Mit Hilfe seiner guten Freundin Lena (Anne Schäfer) erkennt Volker, wie er wieder Halt im Leben finden kann. Er muss zurück auf seinen eigenen Weg, den er in den Turbulenzen der letzten Monate aus den Augen verloren hat ...Start: 2026-08-06-001500
end: 2026-08-06-014800