Tierische Heimkehrer
Sie zählen zu den seltensten Tierarten der Welt: der Luchs, der Europäische Nerz, die Sumpfschildkröte und der Ziesel. Einst aus Deutschland verschwunden, kehren sie nun wieder zurück. Für die Tiere, die ihren alten Lebensraum zurückerobern, ist es ein langer und gefährlicher Weg. Engagierte Tierschützer helfen ihnen dabei. Der Film folgt spannenden Projekten vom Steinhuder Meer bis in die Rheinauen, vom Osterzgebirge bis zum Pfälzerwald. Die Reise des Luchses Lucky beginnt im slowakischen Teil der Karpaten. Dort, im Herzen Europas, gibt es bis heute Luchse in freier Wildbahn. Dass seine neue Heimat gut 1000 Kilometer weiter westlich liegt, ahnt der Kater da noch nicht. Ausgestattet mit einem GPS-Sender ist Lucky der erste Luchs, der nach 200 Jahren den Pfälzerwald betritt. Mit ihm werden zwei Weibchen ausgewildert. Werden sie sich einleben, den Gefahren des Straßenverkehrs entkommen und, was noch viel wichtiger ist, Nachwuchs bekommen? In den Rheinauen kehrt ebenfalls ein Tier zurück, das vor gut 200 Jahren bis auf Restbestände in Brandenburg aus Deutschland verschwand: die Europäische Sumpfschildkröte. Anders als Lucky kennt sie die freie Wildbahn nicht. Geschlüpft und aufgewachsen ist sie in einer Zuchtstation. Als eine von über 500 Exemplaren soll „Nummer 8“ die Auenlandschaft entlang des Rheins für ihre Art zurückerobern. Sumpfschildkröten kehren normalerweise zur Eiablage an den Ort ihrer Geburt zurück. Wird es Nummer 8 gelingen, einen geeigneten Platz für ihr Gelege zu finden? Die Dritte im Bunde ist Lotta, ein Europäischer Nerz. Fast 100 Jahre lang gab es auch diese Tiere in Deutschland nicht mehr, zumindest nicht in freier Wildbahn. Ihnen wurde ihr wertvolles Fell zum Verhängnis. Zusätzlich machte sich der aus Pelzfarmen befreite Mink, der Amerikanische Nerz, in ihrem Lebensraum breit und vertrieb die unterlegenen Tiere. Die Europäischen Nerze zählen heute zu den am stärksten gefährdeten Säugetieren der Welt. Zuchtprogramme versuchen nun, die Art in letzter Minute vor dem Aussterben zu retten. Lotta wird ihre neue Heimat am Steinhuder Meer in Niedersachsen finden. Doch sie hat noch nie in der Natur gelebt. Wird sie es schaffen, sich selbst zu versorgen, gar einen Partner zu finden? An den Hängen des Osterzgebirges lebt das seltenste Tier Deutschlands: der Ziesel. Die Erdhörnchen, die eine Vorliebe für nahrhafte Blüten haben, wurden als Kulturschädlinge erbarmungslos gejagt. Sie bildeten einst große Kolonien und fraßen ganze Äcker kahl. Nun versucht man mühevoll, die kleinen Nager wieder anzusiedeln. Ein steiniger Weg mit vielen Rückschlägen. Aber gibt es vielleicht doch Hoffnung für die Ziesel? Jenseits der Grenze, in Tschechien, lebt eine quicklebendige Kolonie. Eine der vielen Herausforderungen für die Tierfilmer: Einmal in die Natur entlassen, bekommt man die tierischen Heimkehrer kaum noch zu Gesicht. Der Film spürt ihnen dennoch nach. Dabei kommen modernste Kamerafallen zum Einsatz und enthüllen Erstaunliches.Start: 2026-11-02-161500
end: 2026-11-02-170000
Bahnknoten Kyoto
Japan ist ein Land der Gegensätze. Diese zeigen sich auch im Bahnverkehr in der alten japanischen Kaiserstadt Kioto - Hochgeschwindigkeit und Bimmelbahn, beides gibt es dort zu entdecken. Kioto ist auch ein Brennpunkt des Schienenverkehrs. Das architektonisch kühne Bahnhofsgebäude setzte in den 1990er-Jahren Maßstäbe. In der Stadt der vielen Tempel ist der Bahnhof geradezu selbst zu einem Tempel des Verkehrs geworden. Der Verkehrsknoten der Millionenmetropole zeigt die ungeheure Vielfalt der japanischen Eisenbahn. Und im großen Eisenbahnmuseum wird die Geschichte des legendären Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszuges erklärt. Doch in der pulsierenden Metropole gibt es auch ein fast abgeschiedenes Tal mit einer der populärsten Freizeitbahnen Japans.Start: 2026-11-02-161500
end: 2026-11-02-170000
Dachse - Unsere unbekannten Nachbarn
In Deutschlands Wäldern lebt eine bunte Vielfalt an Tieren. Manche sind den Menschen sehr vertraut, andere weniger. Eines dieser Tiere glaubt jeder zu kennen: den Dachs. Doch nur wenige bekommen ihn zu Gesicht. Der Nachtjäger verschläft den Tag unter der Erde. Der Meister im Tiefbau kann seine Bauten auf über 30 Meter ausdehnen und bis zu fünf Meter tief graben. Nur in Sommernächten wagt er sich auch bei Helligkeit heraus. Der Film begleitet eine Dachsfähe mit ihren beiden Jungtieren. Die großen Marder sind Spätentwickler, erst mit neun Wochen lernen sie laufen. Noch unsicher auf den Beinen wagt sich einer der beiden aus dem Bau und begibt sich damit in Gefahr. Im Revier nebenan lebt ein ganzer Dachsclan. Neben einem erwachsenen Männchen sind die meisten Tiere Weibchen und Jungtiere aus mehreren Jahrgängen. Zwischen ihnen bestehen enge Familienbande. So helfen sie sich gegenseitig, Schmutz und Parasiten aus dem Pelz zu entfernen. Dachse sind also, entgegen ihrem Ruf als mürrische Einzelgänger, ausgesprochen soziale Tiere. Die Dachse teilen sich ihren Lebensraum mit einem Raufußkauzpaar, einer Wildkatzen- und einer Fuchsfamilie. Auch sie sind ganz damit beschäftigt, ihre Jungen großzuziehen. Auf die Dachsfähe wartet im Spätherbst noch eine anstrengende Arbeit: Stundenlang polstert sie ihren Bau mit Laub und altem Gras aus, damit sie und ihre Jungen es während ihrer monatelangen Winterruhe bequem und warm haben. Bis sie im Frühjahr darauf wieder zeigen können, wie sie wirklich sind: schlaue Allesfresser, geschickte Baumeister und soziale Familientiere.Start: 2026-11-02-170000
end: 2026-11-02-174500
Mit dem Zug entlang der Westküste Japans
Die Zeit der Kirschblüte ist für Japaner die schönste im Jahr. An der Westküste Japans gibt es rund um die Städte Kanazawa und Toyama Strecken und Bahnhöfe, die von Kirschen gesäumt sind. Kanazawa ist eine der wenigen Städte Japans mit einer erhaltenen Altstadt. Dort besucht das Filmteam eine Geisha und den Kenroko-Park, einen der berühmtesten in Japan. Die Noto-Railway führt nach Nanao mit seinem spektakulären Straßenfest. Zwölf Meter hohe Festwagen werden von Hunderten Menschen durch die Gassen gezogen. Von Toyama aus erkundet das Team die Strecke entlang der Toyama Bay. Die Bucht ist 1000 Meter tief und die Heimat eines Leuchttintenfisches - er leuchtet neonblau und ist eine Delikatesse. In den 3000 Meter hohen Bergen liegt zwischen Nationalparks das Welterbe-Dorf Gokayama. Der Film zeigt die Kontraste zwischen Metropolen und Land, zwischen Tradition und Moderne.Start: 2026-11-02-170000
end: 2026-11-02-174500