Tatort
Auch gute Menschen können sterben. Der beliebte Sozialunternehmer Hans-Martin Taubert stürzt von einer Brücke und überlebt schwer verletzt. Die Dresdner Ermittlerinnen Henni Sieland und Karin Gorniak treffen auf drei obdachlose Zeugen, die behaupten, Taubert sei von der Brücke geworfen worden. Taubert hat die „Berberhilfe“ gegründet, ein Unternehmen, das sich um die Unterbringung von Obdachlosen und anderen Hilfsbedürftigen kümmert. Er ist durch die Armen reich geworden und machte daraus auch öffentlich keinen Hehl. Die drei Obdachlosen behaupten, Tauberts „Security“ zu sein. In letzter Zeit wird er häufig bedroht. Auch Tauberts Bruder Hajo gerät ins Visier der Ermittlerinnen. Deutlich weniger geschäftstüchtig als Taubert, hatte sich Hajo für eine zwielichtige Unternehmung Geld bei ihm geliehen. Taubert pochte, Bruderliebe hin oder her, auf Rückzahlung. Kurz darauf wird im Krankenhaus ein weiterer Anschlag auf Taubert verübt - diesmal mit tödlichem Ausgang. Die Arbeit für die Menschen am Rande der Gesellschaft ist so lukrativ, dass um den Profit mit allen Mitteln gekämpft wird. Die Kommissarinnen nehmen auch Tauberts Konkurrenten ins Visier. Dabei bekommen sie unerwünschte Unterstützung von Wiebke Lohkamp, einer Kollegin aus dem Betrugsdezernat, mit deren Hilfe die Ermittlerinnen eine ganz neue Seite an ihrem Chef entdecken.Start: 2026-08-04-233000
end: 2026-08-05-005500
Meine Freundin Volker
Vivian Bernaise ist der Star der Dragszene in St. Pauli. Nach einem glanzvollen Auftritt im Club Donauwelle wird sie Zeugin eines Mafiaanschlages und muss fliehen. Aus Vivian wird Volker. Getarnt als Hetero-Mann versteckt sie sich in der Familie der Grundschullehrerin Katja auf dem platten Land in Schleswig-Holstein. Insbesondere der zehnjährige Lukas freut sich über Katjas neuen Untermieter: Der sensible Junge wird in der Schule gemobbt. Und seitdem sein Vater David ausgezogen ist, sucht er ein neues Vorbild. Gemeinsam mit Volker übernimmt Katja an ihrer Schule die Leitung der Musical-AG, um ihren Exmann David und dessen neue Freundin zu beeindrucken. Volker beginnt tatsächlich, Spaß daran zu haben, den Kindern Lip Sync und Schauspielern beizubringen. Lukas übernimmt die Rolle der Cinderella und ist selig. Doch Katja merkt, dass sie David niemals zurückbekommen wird. Um sie von ihren Problemen abzulenken, entführt Volker sie für eine Nacht in die Hamburger Donauwelle.Start: 2026-08-05-003500
end: 2026-08-05-020500
Die Nordreportage
Zeitung, Klopapier, Schreibblock, Kaffeefilter, Geldschein oder Buch: Kaum ein Material ist so präsent im Alltag wie Papier. Eine der wohl edelsten Papierarten im Norden wird seit 1584 in der Hahnemühle Dassel im Solling hergestellt. Hier fertigen Spezialisten aus hochwertigen Zellstoffen und reinem Quellwasser nach alten Rezepturen Künstlerpapiere, die weltweit gefragt sind. In der Papier- und Kartonfabrik Varel geht es um Masse. Schon seit den 1950er-Jahren wird im Landkreis Friesland Altpapier zur Produktion verwendet. Dafür kauft die Fabrik jährlich circa 950.000 Tonnen Altpapier aus aller Welt und stellt daraus in riesigen Maschinen Recyclingpapier her, zum Beispiel für Versandkartons. Der Bedarf an Verpackungen wächst stetig, vor allem durch den Boom im Versandhandel. Schon heute sind etwa 50 Prozent des Papiers, das in Deutschland verbraucht wird, Verpackungsmaterial. Insgesamt sind es etwa 240 Kilogramm Papier, Pappe und Karton pro Kopf im Jahr. Damit liegt Deutschland im Pro-Kopf-Verbrauch noch vor den USA und Japan. Doch die Ressourcen zur Papierherstellung sind knapp. Altpapier und Zellstoff werden teurer. Ein Start-up-Unternehmen in Hannover erregt deshalb Aufsehen mit der Idee, Papier aus Ananasabfällen herzustellen. Der Vorteil: Für dieses Papier muss kein Baum sterben. Zudem könnte die Idee eine Lösung für ein Entsorgungsproblem in den Ananas-Anbauländern sein. „Die Nordreportage“ zeigt, wie Papiermüll ein zweites Leben erhält, welche Produkte aus Papier jeden im Alltag umgeben und wie viel Arbeit und Know-how in der Herstellung von edelm Papier für Künstler*innen und Museen stecken. Außerdem geht es um Alternativen: Ist Papier aus Eukalyptus, Ananas, Bambus oder Hanf umweltfreundlicher oder sogar die Lösung fürs Papierproblem?Start: 2026-08-05-005500
end: 2026-08-05-012500
Die Nordreportage
„Die Nordreportage“ stellt Senfmacher in Niedersachsen vor, begleitet das Herstellungsverfahren vom Samen bis zum fertigen Senf und erzählt norddeutsche Senf-Geschichten über geheime Rezepturen und Hausmittel, Erfolge und Niederlagen. Eine der ältesten Senffabriken in Deutschland wurde 1809 im niedersächsischen Eystrup gegründet. Rittmeister Johann Ludwig Leman brachte damals das bis dahin noch recht unbekannte Senfrezept vermutlich aus einer Schlacht gegen Napoleons Truppen mit. Als Ein-Mann-Betrieb gestartet, verkaufte sich der Eystruper Leman-Senf bald in alle Welt. Heute ist Leman im Landkreis Nienburg/Weser die letzte eigenständige Essig- und Senffabrik in Niedersachsen. Hier produziert „Senfmeister und Essigchef“ Thomas Neuber echten „Eystruper Senf“, von der 100-Milliliter-Tube bis zum Zehn-Kilo-Eimer. Die Landwirte Ludwig und Jan Wreesmann aus Friesoythe wagen in diesem Jahr ein Experiment. Auf einem Hektar Land säen sie Senfsamen und erhoffen sich später etwa eine Ernte von zwei Tonnen Senfkörner. Ihre Ernte ist für eine Senfmanufaktur in Wilhelmshaven bestimmt, wo Andreas Ernst und Tobias Klar aus den kleinen gelben Körnern in Handarbeit Senf herstellen. Im pharmazeutischen Sinne ist Senf, wie alle anderen Gewürze und Kräuter auch, als Droge anzusehen. Darum gehörte Senf früher in das Sortiment einer Apotheke. Das ist zwar untypisch geworden, doch Apotheker Hans Humsi aus Lüneburg möchte diese Tradition aufrechterhalten und stellt Senf in Arzneimittelqualität her. Typisch norddeutsche Gerichte wie Grünkohl oder Pannfisch schmecken vielen Menschen nur mit Senf. Die ätherischen Öle des Senfs wirken als Verdauungsturbo, beispielsweise liegt eine Wurst mit hohem Fettgehalt später weniger schwer im Magen, wenn man sie isst. So ist „de Musterd“, wie der Senf auf Plattdeutsch heißt, auch im Bümmersteder Krug in Oldenburg aus der Küche nicht wegzudenken. Obwohl der Seniorchefin Hildburg Abel als Kind immer gesagt wurde: Senf macht dumm. Aber das ist ein verbreiteter Irrtum.Start: 2026-08-05-012500
end: 2026-08-05-015500