Mr. und Mrs. Hitchcock
Spannung, Nervenkitzel, Serienmörder, Psychopathen aller Art und eine Vorliebe für kühle Blondinen - das ist es, was viele mit Alfred Hitchcock verbinden. Als „Master of Suspense“ hat er die Lust an der Angst zu seinem Markenzeichen gemacht. Hitchcock war ein faszinierender Leinwandmagier und auch ein Fernsehstar, der komische wie furchteinflößende Effekte gleichermaßen beherrschte. Doch was weiß man über den Menschen hinter der berühmten Silhouette? Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt dankte Hitchcock der Frau, die für ihn alles war: Ehefrau, Mutter der gemeinsamen Tochter, Ko-Drehbuchautorin, Cutterin und lebenslange Partnerin - Alma Reville. Hinter dem Namen Hitchcock verbargen sich in Wahrheit zwei Persönlichkeiten: Hitch und Alma. Von ihrer ersten Begegnung an bis zum Ende ihres Lebens arbeiteten sie eng zusammen und schufen in echter Gemeinschaftsarbeit Meisterwerke, die Filmgeschichte schrieben. Zwischen den beiden herrschte von Anfang an großes Vertrauen: Er begann einen Satz, sie vollendete ihn; er hatte eine Idee für einen Plot, sie entwickelte sie weiter. Auch bei der berühmten Duschszene in „Psycho“ war Alma maßgeblich am Schnitt beteiligt. Neben Alma war Hitchcock als Regisseur vor allem von einer weiteren Frauenfigur fasziniert: der jungen, schönen und oft undurchsichtigen Blondine, beispielhaft verkörpert von Grace Kelly in „Bei Anruf Mord“, „Das Fenster zum Hof“ oder „Über den Dächern von Nizza“. In vielen Filmen scheint Hitchcock auf den ersten Blick das klassische Motiv der schutzbedürftigen Frau zu bedienen. Doch häufig sind seine weiblichen Figuren den Männern überlegen und wenden das Geschehen am Ende zu ihren Gunsten. „Mr. und Mrs. Hitchcock“ rückt den legendären Regisseur durch diesen besonderen Blickwinkel in ein neues Licht.Start: 2026-11-01-222000
end: 2026-11-01-231500
Zombies: Faszination der Untoten
Zombies erschrecken und faszinieren uns zugleich - Zombiefilme boomen. Woher kommt unsere Faszination für die Untoten? Die Dokumentation reist vom westafrikanischen Totengeist und den Voodoo-Legenden Haitis zum Umbruch im Kino der 1960er Jahre, als George A. Romero mit „Die Nacht der lebenden Toten“ den modernen Zombie erschuf. Seitdem wandelt sich die Figur vom schlurfenden Menschenfresser zum rasenden Blockbuster-Monster, das ganze Zivilisationen bedroht - und manchmal wieder fast menschlich erscheint. Mit Filmklassikern, Behind-the-scenes-Material und persönlichen Geschichten aus Hollywood und der Independent-Szene zeigt die Dokumentation, warum der Zombie zeitlos ist: Er spiegelt unsere Ängste, Krisen und Wünsche. Der Horror der Gegenwart bietet Filmemachern ein unerschöpfliches Spielfeld. Der amerikanische Maskenbildner und Regisseur Greg Nicotero („The Walking Dead“) gewährt beim „The Living Dead Weekend“ in Pittsburgh Einblicke in seine Arbeit. In Berlin lädt die deutsche Filmemacherin Shamila Lengsfeld einen Zombie-Darsteller zum Testdreh und bearbeitet das Material mit KI. Das Genre reicht weit über Horror hinaus. In „Resident Evil“ (2002) wird Milla Jovovich zur Action-Ikone und folgt damit Lori Cardille, die in Romeros „Day of the Dead“ (1985) eine frühe starke Frauenrolle verkörperte. Romero sowie die Filmexperten Marcus Stiglegger und Benjamin Rubin erläutern, wie sich der Zombie vom kolonialen Opfer zum Symbol für Konsum, Identität und gesellschaftliche Konflikte wandelte. Zombies sind zwar untot - aber sie erzählen mehr über die Lebenden als über die Toten.Start: 2026-11-01-230000
end: 2026-11-01-235500
Schostakowitsch, Symphonie in Rot
Dmitri Schostakowitsch war im besten Sinne des Wortes populär - sein „Walzer Nr. 2“ zählt beispielsweise bis heute zu den meistgespielten klassischen Stücken. Zugleich steht er für eine völlig neue musikalische Sprache. Seine im Alter von 19 Jahren komponierte erste Symphonie verschaffte ihm sofort internationale Anerkennung. In seiner rund 50-jährigen Laufbahn komponierte er drei Opern und 15 Symphonien, erneuerte die Kunst des Quartetts und schuf Filmmusiken von einzigartiger Kraft. Doch um im totalitären Sowjetstaat überleben zu können, musste sich der Ausnahmemusiker mit dem Regime arrangieren. 1936 erregte seine Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ das Missfallen Josef Stalins, woraufhin er in Ungnade fiel. Aus Angst, verhaftet zu werden, führte Schostakowitsch fortan ein musikalisches Doppelleben: Neben offiziellen, den Machthabern genehmen Kompositionen setzte er sein innovatives Werk im Verborgenen fort. Dmitri Schostakowitsch erlebte Triumphe und Niederlagen, Ruhm und Schmach. Wegbegleiter wie der Dirigent Thomas Sanderling, die Pianistin Ludmila Berlinskaya und die Cellistin, Musikwissenschaftlerin und Schostakowitsch-Biografin Elizabeth Wilson erzählen aus dem Leben des Komponisten, das im zaristischen Russland begann und 1975 unter Leonid Breschnew endete. Sie schildern die Bedrängnis eines Mannes, der allein seiner Kunst verpflichtet war und dafür einen hohen Preis zahlte. Archivmaterial, historische Aufzeichnungen und zeitgenössische Aufnahmen bieten Zugang zu seiner Musik, die von innerer Freiheit beseelt ist - allen Widrigkeiten zum Trotz.Start: 2026-11-01-231500
end: 2026-11-02-001500
Die Kinder des Voodoo
In Abomey, Benin, in einem Voodoo-Tempel, der der mächtigen Meeresgöttin Mami Wata gewidmet ist, wachsen ein Bruder und eine Schwester inmitten von Ritualen, Besessenheitstänzen und nächtlichen Zeremonien auf. Die 16-jährige Déo absolviert eine Ausbildung zur Friseurin und träumt davon, ihren eigenen Salon zu eröffnen. Der 31-jährige Sam, der als Hauptassistent seines Priester-Vaters Barthélémy arbeitet, bereitet die Eröffnung eines mobilen Fotoautomaten vor. Er träumt von einem Copy-Shop. Der Vater leitet den Tempel mit der ruhigen Autorität eines Menschen, der das Heilige nicht vom Alltäglichen trennt. Während der Dreharbeiten stirbt Barthélémy völlig unerwartet. Ohne Priester verliert der Tempel seine Legitimität, die Gläubigen wenden sich ab, und das wirtschaftliche Überleben der ganzen Familie ist gefährdet. Es müssen groß angelegte Trauerfeiern organisiert werden und das kostet nicht nur Geld. Man muss dafür bis nach Togo zu reisen, um einen Bokono-Priester zu finden, der in der Lage ist, den Fâ zu befragen und einen Nachfolger zu benennen. Wird das Orakel Déo oder Sam als Nachfolger verpflichten, oder haben die beiden eine Chance, ihre Lebensträume zu realisieren? Der Film begleitet die beiden in einer entscheidenden Lebensphase. Müssen sie ihre Träume für die Tradition und das Wohl der Familie opfern? Oder fällt das Los auf ein anderes Familienmitglied?Start: 2026-11-01-235500
end: 2026-11-02-004000